Das Wohnhaus in St. Lorenzen ist das Ergebnis mehrerer Bauphasen. Das ursprüngliche Elternhaus wurde Anfang der 1990er-Jahre von Arch. Heinrich Mutschlechner im Dachgeschoss um eine Wohneinheit erweitert; Sichtbetonsäulen, Wintergarten und Terrasse aus Walzprofilen sowie zwei Rundfenster in der Giebelwand des Dachgeschosses verleihen ihm seither einen beinahe industriellen Charakter. Um den Wohnbedarf der nächsten Generation zu decken, wurde das Erdgeschoss umstrukturiert und um zwei Wohneinheiten ergänzt, das Haus zugleich energetisch saniert. Der L-förmige Zubau – nach Osten zweigeschossig, im Norden eingeschossig – sitzt leicht zurückversetzt und ordnet sich der Fassade des Bestands unter. Er ist als Erweiterung von Außenwand und Decke konzipiert und spannt zwischen alter und neuer Außenwand einen neuen Raum auf. Gefügt aus großformatigen Betonfertigteilen, deren Fugen die Fassade gliedern, führt er die industrielle Sprache des Bestands mit eigenen Mitteln weiter; die Öffnungen sitzen in schwarzen Rahmen flächenbündig in der Wand.
Im Norden bildet seine Massivität ein Gegengewicht zum dominanten Bachdamm und legt sich als schützender Schild vor das Haus; der eingeschossige Flügel dient zugleich als Erschließung und Außenbereich der großen Wohnung im Dachgeschoss. Die Rundfenster des Bestands werden im Zubau in größerem Maßstab aufgegriffen – in zwei runden Öffnungen, als Ausblick am Stiegenaufgang und als Oberlicht – und verbinden die Bauphasen formal miteinander..