Auf 1.090 m Seehöhe oberhalb von St. Johann im Ahrntal liegt der Maireggerhof, ein über Jahrhunderte gewachsenes Ensemble aus Wohnhaus, Stadel, Kornkasten und Wirtschaftsgebäuden und ein charakteristisches Beispiel bäuerlicher Baukultur im Tal. Gegenstand des Projekts ist der Stadel, dessen Ursprünge bis ins 15. Jahrhundert zurückreichen: ein Blockbau aus Rundhölzern über einem Sockel aus Bruchstein, außen mit einer Bretterschalung verkleidet.
Am Beginn der Umnutzung stand ein Rückbau, bei dem spätere funktionale Erweiterungen entfernt und die ursprüngliche Konstruktion freigelegt und instand gesetzt wurden. Die neue Wohneinheit ist in diese Struktur eingewebt, nicht in sie hineingestellt: Sie nutzt die vorhandenen Öffnungen und Ebenen, sodass das äußere Erscheinungsbild des Stadels weitgehend unverändert bleibt. Zwischen Blockbau und äußerer Schale bleibt ein umlaufender Gang erhalten, der als Filter zum rauen Klima wirkt und die historischen Bauabschnitte ablesbar macht.
Im Inneren bleiben Balkenlagen, Blockwände und Stützen sichtbar; ergänzt werden sie nur dort, wo die Nutzung es erfordert – durch Böden aus Lärchenholz, eine Treppe aus Schwarzstahl, eingestellte Schrank- und Küchenkörper sowie Verglasungen, die hinter das historische Tragwerk zurückgesetzt sind. Oberlichter führen Tageslicht über verputzte Schächte in die Tiefe des Baus.