Neben der Wallfahrtskirche Maria Trens ist es vor allem die Friedhofsmauer, die dem Friedhof von Trens Form gibt und ihn von der umgebenden Landschaft absetzt. Die talseitige Erweiterung stellte daher die Frage, wie eine neue Mauer hinzugefügt werden kann, ohne die Wirkung der alten zu schwächen; zugleich verlangt das abfallende Gelände eine hohe Einfriedung. Die denkmalgeschützte Bruchsteinmauer wird saniert.
Die neue Mauer sitzt bewusst tiefer, damit die alte in Höhe und Länge lesbar bleibt, und ist in gespitztem Sichtbeton ausgeführt – einem als neu erkennbaren Material, dessen raue Oberfläche die Struktur des Bestands im Kontrast hervortreten lässt. Die Zäsur zwischen Alt und Neu bildet eine Treppe, die von der Conrad-Trautson-Straße entlang der alten Mauer ins Dorf führt und den Friedhof in das örtliche Wegenetz einbindet. Ein schmaler Weg zwischen Betonwänden erschließt das neue Gräberfeld, eine begrünte Terrasse unterhalb der Kirche, deren Gelände durch versetzte Mauerscheiben abgefangen wird; sie bietet Raum für rund 45 Familien- beziehungsweise 55 Einzelgräber sowie 30 Urnenbestattungen.
Die Wege sind in rutschfestem Estrich ausgeführt, die übrigen Flächen begrünt. Materiell beschränkt sich die Erweiterung auf Sichtbeton und Messing, das für Handläufe und Urnengräber eingesetzt wird; auf weitere Gestaltungselemente verzichtet der Entwurf zugunsten einer dem dörflichen Maßstab angemessenen Zurückhaltung.